CL – Vorschau | Gruppe C: Atletico, Chelsea, Qarabag, AS Rom

Die neue Champions League-Saison steht vor der Tür: Am 12. September startet der Wettbewerb um die Krone des europäischen Vereinsfußballs. Wir haben einen Blick auf die Teams geworfen.

In Teil zwei befassen wir uns mit der Gruppe C – Atletico Madrid, FC Chelsea, Qarabag Agdam, AS Roma

Hier geht’s zur Gruppe A – FC Basel, Benfica Lissabon, ZSKA Moskau, Manchester United

Hier geht’s zur Gruppe B – Paris Saint-Germain, FC Bayern München, RSC Anderlecht, Celtic Glasgow

Atletico Madrid

(2016/17 | Europa: Champions League Halbfinale / Liga: 3.)

Bis Winter ohne Neue

Mit einem 3. Platz in der heimischen Liga hinter Real Madrid und dem FC Barcelona qualifizierte sich Atletico Madrid für die diesjährige Champions League. Die Transfersperre gilt noch, der Kader ist, abgesehen von der Rückkehr einiger Leihspieler der gleiche, die Ambitionen unverändert groß. Die neue Saison im neuen Stadion soll eine gute werden. Atletico hat sich in den vergangenen Jahren häufig als unangenehmer, schwer zu schlagender Gegner mit einer unfassbaren Mentalität gezeigt. Das wird sich auch in dieser Saison nicht ändern. Diego Simeone ist ein hervorragender Trainer, der ideal zu den „Rojiblancos“ passt und in der Rückrunde auch noch die ein oder andere Ergänzung im Kader zur Verfügung stehen hat, mit der er dann, sofern man sich für die K.O.-Runde qualifiziert, angreifen kann. In der vergangenen Saison in der Königsklasse wurde Atletico Gruppensieger vor dem FC Bayern, schlug im Achtelfinale Leverkusen, im Viertelfinale bezwang man Leicester City, ehe man im Halbfinale an Stadtrivale Real Madrid scheiterte.

(Photo DESIREE MARTIN/AFP/Getty Images)

 

Signifikante Transfers

Zugänge: Vitolo (27, Sevilla; 36 Millionen Euro), Guilherme Siqueira, Luciano Vietto, Axel Werner (Leihende)

Abgänge: Theo Hernandez (19; Real Madrid; 30 Millionen Euro), Oliver Torres (23; FC Porto; 20 Millionen Euro), Matias Kranevitter (24; Zenit; 8 Millionen Euro), Javier Manquillo (23; Newcastle; 5 Millionen Euro), Santos Borre (21; River Plate; 3 Millionen Euro), Amath Ndiaye (21; Getafe; 3 Millionen Euro), Alessio Cerci (29; Hellas, ablösefrei),  Vitolo (27; Las Palmas; Leihe bis Winter), Tiago (36; Karriereende)

 

Eingespielt ins Achtelfinale

Natürlich ist es für Atletico Madrid ein Nachteil, dass man keine neuen Spieler im Kader hat und dementsprechend keine neuen Impulse im Team hat, allerdings ist der Vorteil, dass Diego Simeone auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen kann, die seine Vorgaben ideal erfüllen kann und genau weiß, was der Trainer fordert und welche Schwerpunkte er setzen wird. Mit dem beeindruckenden neuen Stadion und den traditionell euphorischen, lautstarken Fans im Rücken wird in dieser Gruppe niemand gerne nach Madrid fahren. Atletico will die guten letzten Jahre bestätigen, der Kader hat keine großen Schwächen, Vitolo wird in der Rückrunde die Offensive in der Breite und, je nachdem wie gut seine Leihe zu Las Palmas funktioniert, auch in der Spitze verstärken.

 

Player to Watch – Koke

Einen mit 25 Jahren bereits sehr erfahrenen Spieler als Player to Watch zu bezeichnen, ist zumindest auf den ersten Blick durchaus zu hinterfragen. Aber einerseits hat sich an der Kaderstruktur bei Atletico nicht viel geändert, andererseits standen Spieler wie Saul Niguez zuletzt genügend im Fokus. Koke ist nun an einem Punkt in seiner Karriere angekommen, an dem er dem Spiel der Rojiblancos entweder nachhaltig seinen Stempel aufdrücken kann – oder eben nicht. Der zentrale Mittelfeldspieler, der auch auf den Außen eingesetzt werden kann, spielte letzte Saison unter seinen Möglichkeiten. Der Auftakt in die laufende Saison war, ebenso wie die Vorbereitung, ein Schritt nach vorne. Koke könnte in dieser Saison auch aufgrund der gleichbleibenden Strukturen zu einem absoluten Führungsspieler avancieren, der nach dem Karriereende von Tiago und aufgrund der Tatsache, dass auch ein Gabi nicht jünger wird, immer mehr Verantwortung übernehmen muss. Es wird spannend zu beobachten sein ob ihm das auch gelingt.

 

90PLUS-Prognose: Atletico bleibt gefährlich

Unabhängig von der nicht idealen Kadersituation und den zumindest in der Vorrunde fehlenden Verstärkungen muss man mit Atletico Madrid rechnen. Die Gruppe ist anspruchsvoll, die Roma und Chelsea zwei sehr starke Gegner, Qarabag ein schwer einzuschätzender Exot. Allerdings ist genau das eine fast schon ideale Situation für Atletico, die sich gerne mit starken Teams duellieren und diese durch die eigene Spielweise an den Rand der Verzweiflung und darüber hinaus bringen. Ich würde Atletico durchaus an Platz 1 oder 2 in dieser Gruppe setzen, der weitere Erfolg in der K.O.-Runde hängt dann vor allem davon ab, welche Ergänzungen im Winter nach Madrid wechseln und ob diese dann auch in der Königsklasse einsetzbar sind.

Manuel Behlert

 

FC Chelsea

(2016/2017: Europa: – / Liga: Meister)

Der Conte-Effekt

Nach einem enttäuschenden Platz zehn 2015/2016 führte Antonio Conte den FC Chelsea in seiner Debütsaison auf Anhieb zum Meistertitel! Die taktische Maßnahme, das System auf eine Dreierkette umzustellen erwies sich als Geniestreich und holte das Beste aus dem vorhanden Kader heraus. N’Golo Kanté fungierte schon wie bei Leicester als Herzstück des Systems, entlastete insbesondere die plötzlich so stabilen Innenverteidiger David Luiz oder Gary Cahill und leitete zahllose Konter ein. Victor Moses und Neuzugang Marcos Alonso blühten auf den neu geschaffenen Wingback-Positionen auf. Eden Hazard kehrte auf das Weltklasse-Level von 2014 zurück und Diego Costa vollstreckte in gewohnt zuverlässiger Manier. Während es auf dem Platz so gut wie nichts zu beanstanden gab, trübten schon unmittelbar vor dem Saisonende Unruhen zwischen Trainer und Vorstand den sportlichen Erfolg…

(Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

 

Signifikante Transfers

Zugänge: Tiemoué Bakayoko (22; AS Monaco; 40 Millionen Euro), Alvaro Morata (24; Real Madrid; 62 Millionen Euro), Antonio Rüdiger (24; AS Rom; 35 Millionen Euro), Danny Drinkwater (27; Leicester; 38 Millionen Euro), Davide Zappacosta (25; FC Turin; 28 Millionen Euro), Andreas Christensen (21; Borussia Mönchengladbach; Leih-Ende); Willy Caballero (35; Manchester City; ablösefrei)

Abgänge: Nemanja Matic (28; Manchester United; 45 Millionen Euro), Nathan Aké (22; Bournemouth, 23 Millionen Euro); Asmir Begovic (30; Bournemouth, 11,5 Millionen Euro), Nathan Chalobah (22; Watford; 6 Millionen Euro), John Terry (36; Aston Villa, ablösefrei), Ruben Loftus-Cheek (21; Crystal Palace; Leihe), Kurt Zouma (22; Stoke; Leihe)

 

Angespannte Situation

2017/2018 begleitet die Blues vor allem eine Frage: Ist der Kader der zusätzlichen Belastung der Königsklasse nicht nur gewachsen, sondern kann er gleich auf allen drei Wettbewerben eine signifikante Rolle spielen? Würde man Antonio Conte diese Frage fernab der Kameras und Aufnahmegeräte stellen, würde seine Antwort wohl nicht gerade positiv ausfallen, denn das Transferfenster verlief für den Italiener alles andere als optimal. Die Uneinigkeit über die Transferstrategie dominierte den Sommer und führte sogar dazu, dass der Trainer eine Vertragsverlängerung ablehnte. Auch nach den Verpflichtungen von Tiemoué Bakayoko, Alvaro Morata und Antonio Rüdiger pochte der Coach bis zum Deadline Day auf weitere, namhafte Verstärkungen. Danny Drinkwater und Davide Zappacosta waren gemessen an den Erwartungen und den gehandelten Namen letztendlich wohl Panikeinkäufe und dürften die angehizte Stimmung nicht wirklich entspannt haben. Im Hinblick auf Premier League, FA Cup und Champions League steht Conte ingesamt wohl nicht das Spielermaterial zur Verfügung, das er sich Ende Mai noch erhofft hatte.

 

Player to watch: N’Golo Kanté

Wie wichtig N’Golo Kanté ist, zeigt nicht nur der Absturz von Leicester City, sondern auch die Wiederauferstehung des FC Chelsea. Kaum ein Spieler in Europa hat einen derartigen Einfluss auf die Leistungen seiner Mannschaft wie der Spieler des Jahres 2016/2017. Mit seinem unglaublichen Laufpensum und seinem herausragenden Antizipationsvermögen entlastet Kanté nicht nur die Defensive, sondern leitet mir klugen Pässen das blitzschnelle Umschaltspiel ein. Der Franzose wird mittlerweile für selbstverständlich genommen, doch sollte der Mittelfeld-Dynamo eine längere Zeit ausfallen, könnten bei den Blues ganz schnell die Lichter ausgehen.

 

90PLUS Prognose: So weit die Füße tragen

Die ersten 13,14 Spieler des Kaders können zwar problemlos mit der europäischen Elite konkurrieren, doch dahinter sieht es im Vergleich zu den Schwergewichten etwas dünn aus. Nachdem man sich in der Meistersaison ausschließlich der Liga widmen konnte, muss Conte nun einen Weg finden, seine Schlüsselspieler auch über 50 Pflichtspiele hinaus fit zu halten, ohne dabei großartig an Qualität einbüßen zu müssen. Das Erreichen des Viertelfinales ist wohl Pflicht und zweifelsohne machbar. Wie es danach weiter geht, hängt vor allem vom Fitness-Zustand des Kaders und den potentiellen Aktivitäten auf dem Winter-Transferfenster ab.

Chris McCarthy

 

FK Qarabag Agdam

(2016/17 | Europa: CL-Qualifikations-Playoffs & Gruppenphase Europa League / Liga: Meister)

Der Exot aus Gruppe C

Agdam liegt in Aserbaidschan und ist Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes. Die Stadt ist von der armenischen Armee besetzt, der Fußballklub ist seit dieser Besetzung in Baku ansässig, wo er auch seine Heimspiele austrägt. Der Spitzenklub aus Aserbaidschan setzte sich in den Playoffs gegen den FC Kopenhagen durch, konnte also damit einen namhaften Konkurrenten aus dem Weg räumen. Qarabag konnte sich in den vergangenen Jahren häufiger für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren und ist und dieser Saison der Exot schlechthin in der Königsklasse. Doch einfach nur teilnehmen will man nicht. Es geht vom ersten Spieltag darum, Punkte zu holen und das sollen die gegnerischen Mannschaften auch zu spüren bekommen.

(Photo MADS CLAUS RASMUSSEN/AFP/Getty Images)

Signifikante Transfers

Zugänge: Jakub Rzezniczak (30; Legia Warschau; 300.000 Euro), Anton Kanibolotsky (29; Donezk; ablösefrei), Pedro Henrique (27; PAOK Saloniki; Leihe), Ramil Sheydaev (21; Trabzonspor; Leihe), Abbas Huseynov (22; Inter Baku), Tarik Elyounoussi (29; Olympiakos Piräus; Leihe), Wilde-Wonald Guerrier (28; Alanyaspor), Eigyun Ulukhanov (20; eigene Jugend), Elton Yagublu (Leihende)

Abgänge: Ilgar Gurbanov (31; Qäbälä; ablösefrei), Muarem Muarem (28; Aktobe; ablösefrei), Azer Salahli (23; Sumqayit), Bojan Saranov (29; vereinslos), Vugar Nadyrov (30; Sebail), Vugar Mustafayev (22; FK Zira)

 

Die Gruppenphase genießen

Die erste Teilnahme in der UEFA Champions League ist etwas ganz besonderes. Vor allem, wenn die Mannschaft als krasser Außenseiter in die Spiele geht und niemand auch nur einen Punkt erwartet. Natürlich will Qarabag diese Eindrucke genießen, Topteams in Baku empfangen, lange Auswärtsreisen in große, bedeutende Stadien tätigen und vor allem nicht das letzte Mal in diesem Wettbewerb spielen. Gleichermaßen muss natürlich auch eine Visitenkarte abgegeben werden. Im Kader befinden sich mit Kanibolotsky, Rzezniczak, Michel, Pedro Henrique und Elyounoussi nicht nur unbekannte Namen, die Aserbaidschaner sind durchaus in der Lage, ordentlichen Fußball anzubieten und die arrivierten Klubs vor Probleme zu stellen. Es herrscht kein Druck, die Mannschaft kann frei aufspielen und Trainer Gurban Gurbanov wird seine Truppe entsprechend einstellen.

 

Player to Watch – Pedro Henrique

Pedro Henrique ist ein 27-jähriger Brasilianer, der bei PAOK Saloniki bereits internationale Erfahrung sammeln konnte. Zuvor spielte er unter anderem für den FC Zürich und Stade Rennes in Europa. Qarabag suchte in diesem Sommer Verstärkungen, die auch auf internationaler Ebene ihre Qualität unter Beweis stellen können und sind bei Henrique fündig geworden. Man besitzt eine Kaufoption in Höhe von 5 Millionen Euro und erhofft sich vor allem durch seine individuelle Klasse offensive Akzente. Für PAOK war er in 4 Spielen in der Qualifikation für die Europa League an zwei Toren beteiligt, seine Akklimatisierungsphase in Aserbaidschan läuft derzeit noch. Er könnte der Fixpunkt in der Offensive werden und hauptsächlich dafür verantwortlich sein, Angriffe zu initiieren und abzuschließen. Qarabag sollte mit ihm eine gute Verstärkung gefunden haben, in der letzten Saison war er für Rennes und PAOK in 36 Spielen immerhin an 13 Toren beteiligt.

 

90PLUS-Prognose: Wirklich keine Chance?

Betrachtet man den Kader von Qarabag und die starke Gruppe C im Detail, dann muss man schon zu dem Schluss kommen, dass die Aserbaidschaner eigentlich keine Chance haben, irgendetwas mitzunehmen. Doch gerade lange Reisen zu vermeintlich kleinen Gegnern haben sich für die großen Klubs in Europa schon häufiger als Stolperstein erwiesen. Niemand bei Qarabag glaubt ernsthaft an ein Weiterkommen, selbst Platz 3 hält niemand wirklich für realistisch. Doch gerade dort könnte die Chance für Qarabag liegen. Auch ich bin nicht der Meinung, dass diese Mannschaft in der Lage ist, um international zu überwintern. Aber besonders in Baku könnte Qarabag 1-2 Zähler einfahren oder zumindest dafür sorgen, dass man kein Kanonenfutter für die Favoriten darstellt.

Manuel Behlert

 

AS Rom

(2016/2017 | Europa: CL-Qualifikations-Playoffs & Achtelfinale Europa League/ Liga: 2.)

Rekordsaison mit tränenreichem Ende

Obwohl man in den Champions League Qualifikations-Playoffs patzte und somit letztendlich nicht an der Königsklasse teilnehmen konnte, war die Saison 2016/2017 zumindest in der Liga rekordverdächtig! Im Schatten der Dominanz Juventus Turins setzte man bei der Vizemeisterschaft mit 87 Punkten sowie 90 Saisontoren jeweils vereinsinterne Bestmarken. Trotzdem war Trainer Luciano Spalletti umstritten. Folglich sorgte seine Entscheidung, von einer Vertragsverlängerung abzusehen, in Rom nicht für schlaflosen Nächte. Diese und zahllose Tränen bescherte dagegen Vereinslegende Francesco Totti, als er im Sommer, nach insgesamt 25 Jahren bei der Roma, seine Schuhe an den Nagel hängte. Der Startschuss eines Umbruchs…

(Photo by Aitor Alcalde/Getty Images)

Signifikante Transfers

Zugänge: Rick Karsdorp (22; Feyenoord; 14 Millionen Euro), Cengiz Ünder (20; Basaksehir; 13 Millionen Euro), Bruno Peres (27; FC Turin; 12,5 Millionen Euro), Lorenzo Pellegrini (21; Sassuolo; 10 Millionen Euro), Juan Jesus (26; Inter; 8 Millionen Euro), Hector Moreno (29; Eindhoven; 6 Millionen Euro), Grégoire Defrel (26; Saussuolo, Leihe), Maxime Gonalons (28; Lyon; 5 Millionen Euro), Aleksandar Kolarov (31; ManCity; 5 Millionen Euro), Patrik Schick (21; Sampdoria; Leihe + Kaufpflicht; 40 Millionen Euro), Federico Fazio (30; Tottenham; 3 Millionen Euro)

Abgänge: Mohamed Salah (25; Liverpool; 42 Millionen Euro), Antonio Rüdiger (24; Chelsea; 35 Millionen Euro), Leandro Paredes (23; Zenit; 23 Millionen Euro), Riccardo Marchizza (19; Sassuolo; 4,5 Millionen Euro), Davide Frattesi (17; Sassuolo; 3 Millionen Euro), Francesco Totti (40; Karriereende); Wojciech Szczesny (27; Arsenal/Juventus; Leih-Ende); Thomas Vermaelen (31; FC Barcelona; Leih-Ende)

 

Umbruch

Zu den namhaften Abgängen des Sommers gesellten sich neben Luciano Spalletti, der sich Inter anschloss und Francesco Totti nämlich auch noch Leistungsträger wie Wojciech Szczesny (Leih-Ende, jetzt Juventus), Antonio Rüdiger (Chelsea) und Mohamed Salah (Liverpool). Im Gegensatz zu Totti, dessen Verlust als Mentor und Identifikationsfigur gar nicht aufzufangen ist, hat der Abgang des Trios vorallem auf dem Platz immense Folgen!

Dem neuen Mann an der Seitenlinie, Eusebio di Francesco, zuletzt Sassuolo, steht neben der Umgewöhnung an die Erwartungen eines Spitzenklubs also eine zusätzliche Herausforderung bevor. Der Trainer muss aus den sehr talentierten, allerdings noch etwas unbekannten Neuzugängen neue Leistungsträger entwickeln und mit den vorhandenen Eckpfeilern wie Kostas Manolas, Kevin Strootmann, Daniele de Rossi, Radja Nainggolan und Edin Dzeko ein schlagkräftiges Kollektiv formen.

 

Player to Watch: Patrik Schick

Eigentlich sollte Patrik Schick nach seinem Durchbruch bei Sampdoria Genua (11 Tore, 5 Assists) als neuer Top-Stürmer von Juventus Turin herangeführt werden. Beim obligatorischen Medizincheck tauchten jedoch leichte Herzunregelmäßigkeiten auf, sodass die alte Dame von einer Verpflichtung des 21-jährigen Tschechen zunächst Abstand nahm. Eine erneute Untersuchung gab Entwarnung, doch mittlerweile war u.a. die Roma gewillt mehr auf den Tisch zu legen und erhielt letztendlich den Zuschlag.

2017/2018 will Schick nun auch in Europa auf sich aufmerksam machen und zwar auf dem Platz! Der vielseitige, technisch versierte Linksfuß verfügt über sämtliche Anlagen, neben der Serie A auch die Königsklasse im Sturm erobern zu können.

 

90PLUS Prognose: Verspäteter Durchbruch?

Vor 11 Jahren erreichte AS Rom zuletzt das Viertelfinale der Champions League, damals schied man nach einer 1:7 Klatsche im Old Trafford sang- und klanglos aus. Nachdem die Italiener letzte Saison auf einen starken Lauf in Europa schielten, folgte schon in der Qualifikation die Ernüchterung. Jetzt, wo Salah und Rüdiger weg sind, trauen außerhalb Italiens nur wenige der Roma eine bedeutsame Rolle auf dem europäischen Parkett zu. Mit ihrem innovativen Trainer, einem gefestigten Stamm und hoch veranlagten Newcomern, sind die Giallorossi auch in einer Gruppe mit dem FC Chelsea und Atlético Madrid alles andere als chancenlos!

Chris McCarthy

 

 

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90plus

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