CL – Vorschau | Gruppe E: Sevilla, Maribor, Spartak, Liverpool

Die neue Champions League-Saison steht vor der Tür: Am 12. September startet der Wettbewerb um die Krone des europäischen Vereinsfußballs. Wir haben einen Blick auf die Teams geworfen.

Im vierten Teil befassen wir uns mit der Gruppe E: FC Sevilla, NK Maribor, Spartak Moskau, FC Liverpool:

Hier geht’s zur Gruppe A – FC Basel, Benfica Lissabon, ZSKA Moskau, Manchester United

Hier geht’s zur Gruppe B – Paris Saint-Germain, FC Bayern München, RSC Anderlecht, Celtic Glasgow

Hier geht´s zur Gruppe C – Atletico Madrid, FC Chelsea, Quarabag Agdam, AS Roma

Hier geht´s zur Gruppe D – Sporting, FC Barcelona, Juventus, Olympiakos

 

FC Sevilla

(2016/17 | Europa: Champions League Achtelfinale / Liga: 4.)

Runderneuert mit großen Zielen

Sevilla wurde in der vergangenen Saison vierter in der spanischen La Liga und qualifizierte sich in den Playoffs gegen Istanbul Basaksehir für die Gruppenphase der UEFA Champions League. In der letzten Saison setzten sich die Andalusier in der Gruppenphase gegen Lyon und Zagreb durch und wurde Zweiter hinter Juventus Turin. Im Achtelfinale war dann etwas überraschend gegen Leicester City Schluss, Sevilla konnten nicht an die vorherigen Erfolge in der Europa League anknüpfen. In diesem Sommer verließ Jorge Sampaoli den Klub um argentinischer Nationaltrainer zu werden, Eduardo Berizzo unterschrieb für zwei Jahre und seine erste wichtige Aufgabe ist, den runderneuerten und etwas umstrukturierten Kader schnell zu einer homogenen Truppe zu formen. Vier Punkte in zwei Ligaspielen waren bereits ein solider Beginn.

(Photo by Aitor Alcalde/Getty Images)

 

Signifikante Transfers

Abgänge: Luis Muriel (26, Sampdoria, 20 Millionen Euro), Simon Kjaer (28, Fenerbahce, 12,5 Millionen Euro), Nolito (30, Manchester City, 9 Millionen Euro), Ever Banega (29, Inter, 9 Millionen Euro), Guido Pizarro (27, Tigres, 6 Millionen Euro), Sebastien Corchia (26, Lille, 5 Millionen Euro), Johannes Geis (24, Schalke, Leihe, 2 Millionen Euro), Lionel Carole (26, Galatasaray, Leihe, 350.000 Euro), Jesus Navas (31, Manchester City, ablösefrei), Borja Lasso (23, eigene Reserve), Juan Munoz (21, Leihende)

Abgänge: Vitolo (27, Atletico, 36 Millionen Euro), Vicente Iborra (29, Leicester, 15 Millionen Euro), Yevhen Konoplyanka (27, Schalke, 12,5 Millionen Euro), Adil Rami (31, Marseille, 6 Millionen Euro), Mariano (31, Galatasaray, 4 Millionen Euro), Sebastian Cristoforo (23, Fiorentina, 2,5 Millionen Euro), Benoit Tremoulinas (31, Vereinslos), Juan Munoz (21, Almeria, Leihe), Matias Kranevitter, Luciano Vietto, Samir Nasri, Stefan Jovetic (Leihende)

 

Berizzo auf Sampaolis Spuren

Eduardo Berizzo ist Jorge Sampaoli gar nicht unähnlich. Der 47-Jährige fordert ebenfalls extrem viel von seiner Mannschaft, lässt einen aufwendigen Fußball spielen und hat taktisch einiges in petto. Er kann seine Mannschaft sehr flexibel einstellen, verfügt über einen Kader mit hoher individueller Klasse, großer Erfahrung, aber gleichermaßen auch aufstrebenden Talenten wie Joaquin Correa, Walter Montoya oder Clement Lenglet. Zudem könnten Spieler aus der Reservemannschaft im Saisonverlauf ihr Debüt feiern. Es ist anzuzweifeln, dass Berizzo es schafft Atletico, Real Madrid und den FC Barcelona zu gefährden, vielmehr geht es auch in dieser Saison darum, dass man Valencia, Villarreal, Bilbao & Co. hinter sich lässt. In der Champions League sind die Ambitionen unverändert, das Achtelfinale ist der eigene Anspruch, der Rest ergibt sich dann. Dem Kader fehlt es im Prinzip an nichts, 25 Spieler stehen im Aufgebot, die Positionen sind mindestens doppelt besetzt und das Durchschnittsalter (27,5 Jahre) zeigt, wie erfahren die Truppe ist.

 

Player to Watch – Luis Muriel

Der 26-jährige Stürmer Luis Muriel ist einer der Top-Neuzugänge des FC Sevilla. Der Angreifer aus Kolumbien soll das Offensivzentrum verstärken, eine Konkurrenzsituation zu Stammspieler Ben Yedder herbeiführen und seine Torgefährlichkeit auch in der spanischen Liga unter Beweis stellen. Muriel spielt erstmals in seiner Karriere in der Königsklasse, hat aber in der Serie A mit 76 Scorerpunkten in 165 Spielen für Sampdoria und Udinese Calcio seine Qualitäten nachhaltig bewiesen. Wenn der FC Sevilla ins Rollen kommt und Berizzo seine Vorstellung mit diesem Team umsetzen kann, könnte eine Offensive mit Ben Yedder, Nolito und Jesus Navas einige Chancen kreieren, was Muriel definitiv entgegenkommen sollte. Zum Saisonauftakt kam er in beiden Spielen zum Einsatz, konnte aber noch nicht treffen. Der 1,79m große Muriel kann auch neben Ben Yedder oder als hängende Spitze eingesetzt werden.

 

90PLUS-Prognose: Eine spannende Mannschaft

Es hat in den letzten Jahren durchaus Spaß gemacht, den FC Sevilla international zu beobachten. Bereits unter Unai Emery spielte man einen ergebnisorientierten Fußball, der aber in vielen Momenten durchaus nett anzusehen war. Sampaoli brachte zudem eine gewisse Finesse und neue Elemente ein. Berizzo soll nun versuchen, all das unter einen Hut zu bekommen und die Mannschaft vielleicht sogar über das Achtelfinale hinaus zu führen. Die Konkurrenz in der Königsklasse ist groß, die Gruppe anspruchsvoll, aber Sevilla hat definitiv die Qualität, Platz zwei zu erreichen. Gegen den FC Liverpool wird es sehr schwer, da die Reds meiner Meinung nach noch eine Spur mehr Qualität in der Spitze und auch in der Breite haben, aber gerade im heimischen Estadio Ramon Sanchez Pizjuan muss sich Sevilla nicht verstecken.

Manuel Behlert

 

 

NK Maribor

(2016/17 | Europa: Europa League Playoffs / Liga: Meister)

Keine Chance! Oder?

Der NK Maribor aus Slowenien wollte sich in der letzten Saison für die Europa League Vorrunde qualifizieren, schlug zunächst Levski Sofia, anschließend Aberdeen, ehe man gegen Qäbälä in den Playoffs scheiterte. Maribor konnte sich also auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren und wurde am Ende souveräner Meister in der heimischen PrvaLiga. In dieser Saison überstand man die Qualifikationsrunden und darf nun als Außenseiter gegen die Topteams aus Europa antreten. Die Erwartungen an Maribor sind gering, die Mannschaft, als auch die Spieler sind eher unbekannt. Doch genau das will man ändern!

(Photo Jure Makovec/AFP/Getty Images)

 

Signifikante Transfers

Zugänge: Jasmin Mesanovic (25, Mostar, ablösefrei), Adnan Ahmetovic (19, Luka Koper, ablösefrei), Jean-Claude Billong (23, Rudar Velenje, ablösefrei), Lior Inbrum (21, Gent, Leihe), Martin Milec (25, Lüttich), Luka Star, Nino Irgolic, Anel Hajric (eigene Reserve), Zan Kolmanic (eigene Jugend)

Abgänge: Milivoje Novakovic (Karriereende), Zan Celar (18, Roma U19, 1 Millionen Euro), Sintyahu Sallalich (26, Maccabi Haifa, ablösefrei), Rodrigo Defendi (31, Desportivo Aves, ablösefrei), Damjan Vuklisevic (22, Rudar Velenje, ablösefrei), Anel Hajric (21, Radomlje, Leihe), Robert Pusaver (22, Rudar Velenje)

 

Den slowenischen Fußball gut vertreten

Auf der größten europäischen Fußballbühne vertreten zu sein, ist für den slowenischen Fußball bereits ein Erfolg und entsprechend positiv will man sich Maribor präsentieren. Finanziell sind keine großen Sprünge möglich, das erkennt man auch an der Transferpolitik des Klubs. Man muss sich eher bei ablösefreien Spielern bedienen oder mit Leihgaben aushelfen, außerdem Spieler aus der eigenen Jugend heranführen und fördern. Das Durchschnittsalter im Team liegt bei 25,1 Jahren und die Struktur im Kader ist sehr ausgewogen. Spieler wie Handanovic (39), Suler (34) oder Tavares (33) treiben den Schnitt etwas nach oben, gleichermaßen stehen mit Stor (19), Hodzic (18) und Kolmanic (17) extrem junge Spieler im Aufgebot. Natürlich fehlt auf einigen Positionen die individuelle Klasse, das lässt sich aber nicht vermeiden, wenn man keine großen finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen hat. Die mannschaftliche Geschlossenheit muss dies kaschieren.

 

Player to Watch – Luka Zahovic

In einer Mannschaft, die vorwiegend über das Kollektiv kommt, ist es nicht einfach, einen Player to Watch herauszufiltern. Luka Zahovic, der in der slowenischen U21-Nationalmannschaft spielt und in Portugal geboren ist, könnte aber in diese Kategorie passen. In der Jugend spielte er für Benfica, ehe es für ihn nach Maribor ging. In der Zwischenzeit spielte er unter anderem für Heerenveen, seit Februar 2017 gehört er wieder zum Aufgebot der Slowenen. Zurzeit laboriert Zahovic an einer Fußverletzung, zum Auftakt der Königsklasse sollte er aber zur Verfügung stehen. Und das ist auch wichtig, denn der Stürmer bringt viele Qualitäten ein, obwohl er selbst nicht sonderlich torgefährlich ist. Er ist ein wendiger Stürmer, der sich gerne zurückfallen lässt und dadurch Räume für andere Spieler schafft. In der Qualifikation konnte Zahovic in fünf Spielen einen Treffer erzielen und einen weiteren vorbereiten, spielte dabei aber nur selten durch, da seine Spielweise sich über einen hohen Laufaufwand definiert. Er sollte auch in Europa, zusammen mit Jasmin Mesanovic, der gefährlichste Offensivspieler des Teams sein.

 

90PLUS-Prognose: Die Qualität reicht nicht

Trainer Darko Milanic hat mit seiner Mannschaft eine Mammutaufgabe zu bewältigen. Auch wenn die Gruppe E nicht die härteste aller Champions League Gruppen ist, sind die Gegner mit Spartak, Liverpool und Sevilla trotzdem jeweils mindestens eine Stufe über Maribor einzuschätzen. Betrachtet man sich alle Kader und überdies auch noch den Fußball, den Maribor in der Qualifikation gespielt hat, dann ist klar, dass mehr als eine kleine Überraschung nicht möglich sein wird. Die Qualität ist im Endeffekt einfach zu gering und die anderen Mannschaften in der Gruppe zu stark. Natürlich wird das heimische Publikum den NK Maribor nach vorne peitschen, gleichermaßen wird man gerade in Liverpool und wohl auch in Sevilla mit einer Atmosphäre konfrontiert, die bei den international eher unerfahrenen Spielern auch für den ein oder anderen Gänsehaut-Moment sorgen wird.

Manuel Behlert

 

 

Spartak Moskau

(2016/17 | Europa: Europa League Playoffs / Liga: Meister)

Ambitionen aus Russland

In der vergangenen Saison wurde Spartak Moskau etwas überraschend russischer Meister. Der Klub aus der Hauptstadt setzte sich unter anderem gegen Zenit St. Petersburg und ZSKA Moskau durch, spielte national eine sehr gute Saison. Genau das Gegenteil erlebte Spartak international, als man in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League an AEK Larnaca aus Zypern scheiterte. Vielleicht war aber gerade die nicht vorhandene Mehrfachbelastung ein Grund für den Erfolg auf nationaler Ebene. Der Start in die laufende Saison war dagegen eine Enttäuschung. Spartak tut sich schwer, obwohl der Kader mit der ein oder anderen Verstärkung ausgestattet wurde. Trainer Massimo Carrera muss seine Mannschaft nun schnell in Schuss bringen um die Ziele auf internationaler Ebene zu erreichen.

(Photo by Epsilon/Getty Images)

 

Signifikante Transfers

Zugänge: Pedro Rocha (22, Gremio, 12 Millionen Euro), Georgi Tigiev (22, Anzhi, 1 Millionen Euro), Marko Petkovic (24, Roter Stern Belgrad, ablösefrei), Mario Pasalic (22, Chelsea, Leihe), Artem Timofeev (23, eigene Reserve)

Abgänge: Mauricio (28, Leihende), Evgeni Makeev (27, Rostov, ablösefrei), Sergey Pesjakov (28, Rostov, ablösefrei), Aleksandr Zuev (21, Rostov, Leihe)

 

Irgendwie auf Platz 2

Spartak muss sich vor seinen Gruppengegnern keinesfalls verstecken. Die Mannschaft sollte in der Lage sein, gegen jeden Gegner gewisse Akzente zu setzen und einige Punkte einzufahren. Gegen Maribor, das sollte vorab klar sein, muss man eigentlich sechs Punkte holen, um eine Chance auf Platz zwei zu erreichen. Das ist das ambitionierte Ziel von Spartak, aber dafür muss tatsächlich alles stimmen. Der Kader ist ordentlich, wurde in der Breite verstärkt, aber es fehlt auf manchen Positionen das gewisse Etwas. Gerade in der bevorzugten Dreierkette fehlt ein Innenverteidiger neben Tasci und Bocchetti, der in der Lage ist, neben defensiven Qualitäten, das Spiel aufzubauen und in der Spieleröffnung Verantwortung zu übernehmen. Folglich wird es darauf ankommen, wie man diese Probleme beseitigen und welche Elemente Spartak bis zu den entscheidenden Spielen in der Gruppenphase noch umsetzen kann.

 

Player to Watch – Mario Pasalic

Der 22-jährige zentrale Mittelfeldspieler Mario Pasalic ist in Mainz geboren, spielt aber für die Nationalmannschaft Kroatiens. Ausgebildet wurde er vor allem bei Hajduk Split, ehe er 2014 zu Chelsea wechselte. Es folgen Leihen nach Elche, Monaco, zum AC Mailand und schließlich in dieser Saison zu Spartak Moskau. Bei den „Blues“ hat Pasalic noch einen Vertrag bis 2021, wobei davon auszugehen ist, dass der talentierte Rechtsfuß an der Stamford Bridge keine Perspektive hat. Dass seine Qualität aller Voraussicht nach nicht für Chelsea ausreicht, heißt nicht automatisch, dass Pasalic kein Niveau für die Champions League hat – im Gegenteil. Er ist durchaus in der Lage, eine tragende Rolle im Mittelfeldzentrum von Spartak zu spielen und hat dies bereits in den ersten Spielen unter Beweis gestellt. Pasalic fiel definitiv positiv auf, erzielte einen Treffer und bereitete einen weiteren vor. Der Einstand des ballsicheren Kroaten mit dem guten Passspiel ist also geglückt, die nächsten Schritte sollen nun folgen.

 

90PLUS-Prognose: Sevilla und Liverpool wohl zu stark

Natürlich muss es das Ziel von Spartak sein, am Ende der Gruppenphase auf Platz zwei zu stehen, doch ob das auch erreicht werden kann, hängt wohl vor allem davon ab, was Sevilla und Liverpool anbieten. Die Kader der Klubs aus England und Spanien sind stärker als das, was Spartak zu bieten hat, daher geht es keinesfalls ohne die sechs Punkte gegen Maribor. Einen der beiden Favoriten muss man zudem zwangsläufig schlagen, die besten Chancen bieten sich dazu im heimischen Stadion. Im Normalfall sollte es aber eher um Platz drei gehen, Sevilla und Liverpool haben, abgesehen vom Kader, auch noch sehr gute Trainer und viele Spieler, die über die nötige internationale Erfahrung verfügen. Das Gesamtpaket ist einfach stimmiger, Spartak wird meiner Meinung nach Platz drei hinnehmen und dann in der Europa League angreifen müssen.

Manuel Behlert

 

FC Liverpool

(2016/17 | Europa: – / Liga: 4.)

Angriff auf Europa

Nachdem der FC Liverpool in der vergangenen Saison nicht im europäischen Wettbewerb spielte, will man in dieser Saison einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Jürgen Klopp wurde mit seiner Mannschaft in der vergangenen Saison knapp vierter in der englischen Premier League, musste sich zunächst für die Champions League qualifizieren. Das gelang mit zwei Siegen gegen die TSG 1899 Hoffenheim und gerade an der heimischen Anfield Road zeigte Liverpool dabei in der ersten Halbzeit hervorragende Spielzüge. Die „Reds“ wollen in Europa angreifen und die in den letzten Spielzeiten insgesamt eher dürftigen Resultate der Engländer in Königsklasse vergessen machen.

(Photo OLI SCARFF/AFP/Getty Images)

 

Signifikante Transfers

Zugänge: Dominic Solanke (19, Chelsea, ablösefrei), Andrew Robertson (23, Hull City, 9 Millionen Euro), Alex Oxlade-Chamberlain (24, Arsenal, 38 Millionen Euro), Mohamed Salah (25, Roma, 42 Millionen Euro)

Abgänge: Mamadou Sakho (27, Crystal Palace, 28,2 Millionen Euro), Divock Origi (22, Wolfsburg, Leihe, 6,5 Millionen Euro), Lucas Leiva (30, Lazio, 5,7 Millionen Euro), Andre Wisdom (24, Derby, 2,3 Millionen Euro), Kevin Stewart (23, Hull City, 4,5 Millionen Euro), Connor Randall (21, Heart of Midlothian, Leihe), Sheyi Ojo (20, Fulham, Leihe), Alexander Manninger (Karriereende)

 

Punktuelle Verstärkungen für Klopp

Die Entwicklung des FC Liverpool unter Jürgen Klopp ist positiv. Auch der Saisonbeginn zeigte wieder, dass mit den Reds zu rechnen ist. Das 4:0 gegen ein naives und überfordertes Arsenal war ebenso ein Zeichen wie der souveräne Heimsieg gegen Hoffenheim. Auch die Ergänzungen im Kader sind sinnvoll, gerade Salah erhöht die Qualität in der Spitze noch einmal. Zudem scheint Emre Can in seinem letzten Vertragsjahr zu einem echten Leistungsträger zu entwickeln. Die Vorzeichen stimmen also, der Kader ist in seiner Breite verbessert, allerdings wurde es verpasst, einen dringend notwendigen Innenverteidiger zu verpflichten. Auch im zentralen Mittelfeld ist man noch nicht ganz am Optimum, das könnte jedoch durch den Transfer von Naby Keita zur Saison 2018/2019 erreicht werden. Jürgen Klopp könnte das Problem lösen, in dem Coutinho aus einer tieferen Rolle Angriffe initiiert, darüber hinaus soll das Mittelfeld weiterhin schnell überbrückt werden.

 

Player to Watch – Trent Alexander-Arnold

Jürgen Klopp gelingt es immer wieder junge Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen und diese auch einzubinden, sofern sie die nötige Qualität mitbringen. Ein Qualitätsproblem gibt es beim jungen Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold ganz gewiss nicht, denn der 18-jährige stellte dies schon in den Qualifikationsspielen zur Champions League unter Beweis. Darüber hinaus spielte der Engländer auch einmal in der Premier League und wird in dieser Saison wahrscheinlich noch sehr viel häufiger zum Einsatz kommen. Nathaniel Clyne, die Stammkraft auf dieser Position, ist keinesfalls unantastbar, fehlt in der Vorrunde ohnehin verletzungsbedingt im Kader für die Champions League. Alexander-Arnold zeigte bereits gegen Hoffenheim seine Reife und erzielte sogar ein sehenswertes Freistoßtor im Auswärtsspiel.

 

Mit Liverpool ist zu rechnen

Den FC Liverpool hätte es in seiner Gruppe durchaus schwerer treffen können. Natürlich ist der FC Sevilla ein harter Gegner, der sehr unangenehm werden und Liverpool auch vor größere Probleme stellen kann.  Gegen Spartak und Maribor ist das Team von Jürgen Klopp allerdings klarer Favorit. Die Heimstärke an der Anfield Road und die Fähigkeit, aus nahezu jeder Situation ein Tor erzielen zu können, spricht definitiv für die „Reds“. Mit Firmino, Salah, Mane, Coutinho, Sturridge und Solanke sind zahlreiche Offensivspieler mit einer hohen Qualität vorhanden, auch der ein oder andere talentierte, junge Spieler wird sich zeigen wollen. Der große Konkurrenzkampf und die vielen Möglichkeiten im Kader könnten im Verlauf einer langen Europapokalsaison entscheidend sein. Für mich ist das Achtelfinale Pflicht, danach kommt es auf den jeweiligen Gegner an.

 

Manuel Behlert

 

 

 

 

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90plus

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