Die große Bundesliga Vorschau (2/5): Leipzig, Leverkusen, Bremen, Mainz

Am 18.8. rollt endlich der Ball wieder! Die Bundesliga startet in die nächste Runde. Wir haben vor dem Start alle Teams unter die Lupe genommen:

Im zweiten Teil unserer Bundesliga-Vorschau blicken wir nach Leipzig, Leverkusen, Bremen und Mainz

Hier geht’s zu Teil 1: Augsburg, Dortmund, Hamburg

 

RB Leipzig

In einer herausragenden ersten Bundesligasaison spielte sich RasenBallsport Leipzig als Aufsteiger bis in die internationalen Tabellenplätze. Zwischenzeitlich gelang es den Sachsen sogar, für drei Spieltage (11-13) die Tabellenführung zu übernehmen. Nun steht RBL vor der zweiten Saison im Oberhaus und darf erneut optimistisch sein!

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Die Transfers des Sommers:

Zugänge:
Jean-Kévin Augustin (20; Paris Saint-Germain; 13 Millionen Euro), Bruma (22; Galatasaray Istanbul; 12,5 Millionen), Konrad Laimer (20; RB Salzburg; 7 Millionen), Yvon Mvogo (23; BSC Young Boys; 5 Millionen);  Philipp Köhn (19; VfB Stuttgart; ablösefrei), Ibrahima Konaté (18; FC Sochaux; ablösefrei), Agyemang Diawusie (19; eigene Jugend), Federico Palacios (22; RB Leipzig II), Felix Beiersdorf (18, RB Leipzig II)

Abgänge:
Davie Selke (22; Hertha BSC; 8 Millionen), Atinc Nukan (23; Besiktas; Leihe), Zsolt Kalmár (22; Dunajska Streda; Leihe), Rani Khedira (23; Augsburg; ablösefrei), Agyemang Diawusie (19; Wehen Wiesbaden; Leihe), Felix Beiersdorf (18; Wiener Neustadt; Leihe),  Marius Müller (24; 1. FC Kaiserslautern; Leihe), Nils Quaschner (23; Arminia Bielefeld), Anthony Jung (25; Bröndby; Leihe).

Auf Bewährtem aufbauen

Willi Orban, welcher Dominik Kaiser kürzlich als Kapitän ablöste, wird in der Innenverteidigung weiterhin als gesetzt gelten. Auch die beiden Außenverteidiger Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann dürfen ihre Stammplätze in der Abwehr von Trainer Ralph Hasenhüttl halten. Linksverteidiger Halstenberg etablierte sich schon vergangene Saison auf der linken Seite und wusste in der Vorbereitung zu überzeugen. Rechtsverteidiger Klostermann hat nach seinem Kreuzbandriss gut in die Mannschaft zurückgefunden und dürfte die Nase gegenüber Benno Schmitz aktuell vorn haben.
Im Mittelfeld wird voraussichtlich vieles beim alt bewährten bleiben: Naby Keita ist im zentralen Mittelfeld unumstritten und wird wahlweise durch Diego Demme, Ex-Kapitän Dominik Kaiser oder Stefan Ilsanker unterstützt werden. Neuzugang und “Balleroberer” Konrad Laimer ist eine weitere sehr interessante Option im Zentrum. Auf den Flügeln scheint die Situation ähnlich eindeutig zu sein: Marcel Sabitzer und Emil Forsberg sorgten vergangene Saison das ein und andere Mal für Furore, vor allem Zweiter weckte durch seine überzeugenden Auftritte Begehrlichkeiten einiger großer Vereine. Mit Neuzugang Bruma wurde ein weiterer, stark veranlagter Linksaußen verpflichtet, welcher bereits über internationale Erfahrung verfügt und sich in der Vorbereitung in bestechender Form zeigte. Aufgrund der zusätzlichen Belastung durch die Champions League, wird man in der Bundesliga Bruma sicher häufiger von Beginn an zu sehen bekommen! Im Sturm dürfte Nationalspieler Timo Werner, wie schon vergangene Saison, von Yussuf Poulsen ergänzt werden. Mit Neuzugang Augustin hat dieser jedoch einen Konkurrenten mit Startelf-Ambitionen im Nacken sitzen.

Player to Watch – Jean-Kévin Augustin

(Photo by IAN KINGTON/AFP/Getty Images)

Der erst 20-jährige Stürmer, welcher für 13 Millionen Euro vom französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain nach Leipzig wechselte, gilt als eine der großen Offensivhoffnungen der Équipe Tricolore. In der UEFA Youth League bestritt Augustin 20 Spiele für die Pariser, in denen er stolze 12 Treffer erzielte. Aufgrund des Starensembles von PSG kam Augustin in der Liga jedoch lediglich auf 10 Kurzeinsätze (3 Scorerpunkte). Bei RB Leipzig möchte der U-20-Nationalspieler nun angreifen. Da Trainer Hasenhüttl auf ein System mit Doppelspitze setzt, stehen die Chancen auf Einsatzzeiten nicht schlecht.

90PLUS-Prognose:

RB Leipzig ist es nach einer nahezu perfekten ersten Bundesliga-Saison gelungen, alle Leistungsträger zu halten. Zudem wurde Kader punktuell mit vielversprechenden Talenten vertieft – was aufgrund der internationalen Belastung auch absolut notwendig ist. Insgesamt ist den Leipzigern ohne Bauchschmerzen erneut ein Platzierung in den Top-5 zuzutrauen.

 

 

Bayer 04 Leverkusen

Nach einer enttäuschenden Vorsaison mit Platz 12, versucht Leverkusen mit dem neuen Trainer Heiko Herrlich einen Neustart. Ohne die zusätzliche Belastung durch einen internationalen Wettbewerb, liegt der Fokus dabei vollkommen auf der Liga. Herrlich soll das schaffen, was zuvor Roger Schmidt und Tayfun Korkut nicht wirklich gelang: Stabilität schaffen

Transfers

Auf dem Transfermarkt hielten sich die Leverkusener bisher auffällig zurück, erst zwei externe Neuzugänge stehen für sie zu Buche. Der Trainerwechsel dürfte demzufolge als wichtigste Personalie angesehen werden. Heiko Herrlich ist der neue Hoffnungsträger, er soll endlich das Potenzial aus den zweifelsfrei hoch veranlagten jungen Spielern herauskitzeln.

Zugänge

Sven Bender (28; Dortmund; 12,5 Millionen), Dominik Kohr (23; Augsburg; 2 Millionen)

Abgänge

Hakan Calhanoglu (23; AC Mailand; 22 Millionen), Chicharito (29; West Ham; 17,8 Millionen), Ömer Toprak (27; Dortmund; 12 Millionen), Kyriakos Papadopoulos (25; HSV; 6,5 Millionen), Danny da Costa (23; Eintracht Frankfurt; 1 Millionen); Andrejs Ciganiks (20; Schalke 04 II; ablösefrei), Lukas Boeder (20; SC Paderborn; ablösefrei), Paterson Chato (20; Dortmund II; ablösefrei), Patrik Dzalto (20; Jahn Regensburg; ablösefrei), Robin Becker(20; Braunschweig), Seung-Woo Ryu (23; Jeju United FC), Roberto Hilbert (32; vereinslos)

 

Die Transfertätigkeiten der Leverkusener sind aber noch nicht abgeschlossen. Ein Innenverteidiger und ein Stürmer werden auf jeden Fall noch gesucht. Für die Innenverteidigung ist der Name Panagiotis Retsos (Olympiakos) ein heißes Thema. Mittel stehen auf jeden Fall zur Verfügung, aktuell beträgt der Transferüberschuss knapp 45 Millionen Euro. Trotz der geringeren Einnahmen aufgrund des Verpassen der internationalen Wettbewerbe, dürfte man über ausreichend Spielraum verfügen.

(Photo by Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images)

 

Zielsetzung und Bewertung des Kaders

Die Zielsetzung für die kommenden Saison ist klar: Rückkehr nach Europa. Ein Platz unter den ersten Sechs ist der Anspruch der Rheinländer und das muss er angesichts des Kaders auch sein. Im Tor ist Bernd Leno gesetzt, in Normalform ist er einer der besten Keeper der Liga. Hier gibt es keinen Grund zur Sorge. In der Defensive ist die Mannschaft von Heiko Herrlich dagegen etwas dünn besetzt. Im Abwehrzentrum dürften Sven Bender und Jonathan Tah die erste Wahl sein. Backup Aleksandar Dragovic tat sich in der abgelaufenen Saison mitunter ziemlich schwer, ebenso wie der zuletzt verliehene Andre Ramalho. Eine weitere Verstärkung ist dringend notwendig. Auf den Außenverteidigerpositionen stehen mit Wendell und Henrichs zwei hochveranlagte Spieler zur Verfügung, die aber beide ihre Stärken in der Offensive haben, was zeitweise zu Lasten der defensiven Stabilität geht. Mit Tin Jedvaj steht nur eine einzige Alternative für die beiden im Kader. Hier sollte ebenfalls noch nachgebessert werden.

Im Mittelfeld ist der Kader dagegen gut besetzt. Lars Bender, Julian Baumgartlinger, Kevin Kampl, Charles Aranguiz, Dominik Kohr und Vladlen Yurchenko kämpfen um zwei bis drei Plätze. Hier stimmt Qualität und Quantität. Nur die Verletzungsanfälligkeit von Kapitän Lars Bender macht Sorgen. Für die Flügel stehen mit Bellarabi, Brandt, Bailey und Mehmedi und Volland (sofern nicht weiter vorne eingesetzt) ebenfalls ausreichend erstklassige Alternativen parat. In vorderster Front dürfte Youngster Kai Havertz als hängende Spitze gesetzt sein. Neben bzw. vor ihm fehlt jedoch die perfekte Lösung. Volland kann dort eingesetzt werden, Pohjanpalo und Kießling sind ebenfalls Alternativen. Ein wirklicher Ersatz für Chicharito muss aber noch her.

Player to watch – Kai Havertz

Hier kann es nur einen Spieler geben: Kai Havertz. Der gerade mal 18-jährige geht in seine zweite Saison als Profi und das als Stammspieler. In seiner ersten Saison kam er auf 24 Bundesligaspiele, in denen er vier Tore erzielte und sechs weitere vorlegte. Er war eine der wenigen positiven Erscheinungen bei Leverkusen in der abgelaufenen Saison. Havertz verfügt über viel Kreativität, eine brillante Technik und ist für sein Alter erstaunlich abgebrüht. Er könnte das Gesicht des Leverkusener Neuanfangs werden.

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

90PLUS-Prognose

Bayer 04 verfügt auch in dieser Spielzeit wieder über einen starken Kader mit gewaltigem Potenzial. Sollte Heiko Herrlich dieses Potenzial ausschöpfen können, sind den Leverkusenern kaum Grenzen gesetzt. Leistungsschwankungen der vielen jungen Spieler sollten allerdings einkalkuliert werden. Eine konstante Saison ist in meinen Augen nicht wirklich zu erwarten. Sollte in der Verteidigung und im Sturm noch nachgebessert werden, könnte Bayer aber wieder um internationale Geschäft mitspielen. Für einen Platz unter den ersten Vieren wird es wohl nicht reichen, die Qualifikation für die Europa League erschein mit aber realistisch zu sein.

 

 

SV Werder Bremen

Die letzte Saison der Bremer startete nicht gut. Lange Zeit befand sich die Mannschaft von der Weser im Abstiegskampf und hatte große Probleme. Der Trainerwechsel zu Alexander Nouri löste diese Probleme weitgehend. Er implementierte einen neuen, flexiblen Spielstil und stabilisierte die Mannschaft. Mit einer Mischung aus Dreier- und Fünferkette und einem vor allem in der Rückrunde überragenden Gespann aus Max Kruse und Fin Bartels kämpfte Werder zeitweise sogar um die europäischen Plätze, am Ende landete man dann im oberen Mittelfeld und war aufgrund der ersten Halbserie zufrieden mit dem endgültigen Resultat. Nun muss diese positive Entwicklung weitergeführt werden.

Die Transfers des Sommers

Zugänge: Ludwig Augustinsson (23, Kopenhagen, 4,5 Millionen), Jiri Pavlenka (25, Slavia Prag, 3 Millionen), Jerome Gondorf (29, Darmstadt, 1,2 Millionen), Yuning Zhang (20, WBA, Leihe), Levent Aycicek, Thanos Petsos (Leihende)

Abgänge: Serge Gnabry (21, FC Bayern, 8 Millionen), Felix Wiedwald (27, Leeds, 500.000 Euro), Marnon Busch (22, Heidenheim, 100.000 Euro), Laszlo Kleinheisler (23, Astana, Leihe), Claudio Pizarro (38, vereinslos), Florian Grillitsch (21, Hoffenheim, ablösefrei), Santiago Garcia (28, Toluca, ablösefrei), Raphael Wolf (29, Düsseldorf, ablösefrei), Melvyn Lorenzen (22, Den Haag, ablösefrei), Clemens Fritz (36, Karriereende), Leon Guwara (21, Kaiserslautern, Leihe), Lennart Thy (25, Venlo, Leihe)

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Punktuell verstärkt – reicht das?

Werder Bremen war nicht großartig aktiv auf dem Transfermarkt. Alexander Nouri ist mit der Basis des Kaders zufrieden und hat auf der ein oder anderen Position Qualität nachgeholt. Pavlenka ist neuer Stammtorhüter, Zhang soll die Offensive in der Breite verstärken, Gondorf ist für die Breite im Mittelfeld wichtig, zudem sollen Spieler wie Kainz oder Eggestein deutlich stärker in den Fokus rücken. Der Königstransfer ist Ludwig Augustinsson, der in der dänischen Liga regelmäßig viele Treffer vorbereitet hat, auf der linken Seite die optimale Balance zwischen Offensive und Defensive finden kann.

Der Kader der Bremer ist verhältnismäßig groß, aber noch etwas unausgewogen. Gerade durch die Moisander-Verletzung gehen der Defensive einige wichtige Elemente ab, so zum Beispiel das Aufbauspiel, das ausbaufähig ist. Einen guten Innenverteidiger sucht man aufmerksam, der ideale Spieler war bisher noch nicht dabei. Ansonsten könnte es noch Veränderungen geben, der ein oder andere Spieler könnte Werder noch auf Leihbasis oder gar permanent verlassen, Yatabare, Petsos oder Johansson sind heiße Kandidaten.

Ansonsten waren die Eindrücke in der Vorbereitung recht positiv, das Pokalspiel in Würzburg wurde mit 3:0 gewonnen, die Bundesligasaison kann kommen. Mit einem Auswärtsspiel in Hoffenheim und einem Heimspiel gegen den Meister FC Bayern startet die Saison für Werder vor der Länderspielpause aber extrem anspruchsvoll. Hier wird man schon früh sehen, wo noch Dinge zu optimieren sind, kann gegebenenfalls in der Transferperiode, die nach dem Spiel gegen den FC Bayern noch einige Tage läuft, reagieren.

Player to Watch – Maximilian Eggestein

(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der 20-jährige Eggestein spielt wie sein Bruder, der im Angriff zuhause ist, für Werder Bremen und ist sehr ambitioniert. Gerade nach dem Karriereende von Clemens Fritz wird das Mittelfeld neu strukturiert, Eggestein zeigte sehr gute Ansätze in der Vorbereitung und scheint sich auf der tiefen Position vor der Dreierkette sichtlich wohl zu fühlen. In der letzten Saison absolvierte Eggestein 15 Spiele in der Bundesliga, erzielte dabei einen Treffer. In dieser Saison kam er bereits im DFB-Pokal über die volle Spielzeit zum Einsatz, traf gegen Würzburg. Ob er es zum Stammspieler schaffen wird, bleibt abzuwarten. Eggestein hat auf jeden Fall die Fähigkeiten um eine gute Rolle im Mittelfeld zu spielen und wird dies auch unter Beweis stellen wollen, das ist sein eigener Anspruch.

90PLUS-Prognose

Werder Bremen vor dieser Saison einzuschätzen ist ganz schwer. Die Bremer haben noch Nachholbedarf in der Innenverteidigung, könnten, wenn Johansson und eventuell noch ein Offensivspieler den Verein verlassen, auch im Angriff noch einmal nachlegen. Alexander Nouri hat in der vergangenen Saison in einer schweren Situation eine sehr gute Arbeit geleistet, will nun aber mehr. Und mehr heißt in diesem Falle eine kontinuierliche Platzierung in der oberen Tabellenhälfte. Das sollte auch möglich sein, wenn die Probleme noch behoben werden und beispielsweise ein Tisserand verpflichtet wird. Trotzdem, in der engen Bundesliga kann durch eine Negativserie schnell ein Abrutsch in die unteren Tabellenregionnen stattfinden, darauf muss auch Werder gefasst sein.

 

FSV Mainz 05

Die Saison 2016/17 war für den FSV Mainz 05 keine einfache. Geplagt von der Doppelbelastung durch die Europa League und einigen Negativserien ging es für die 05er nur um den Klassenerhalt, den man am Ende auch erreichte. Beeindruckend war, dass Rouven Schröder und die Mainzer Verantwortlichen bis zuletzt an Martin Schmidt festhielten und ihm das Vertrauen schenkten in einer sehr schwierigen Situation die richtigen Lösungen zu finden. Das gelang ihm auch, die Trennung im Sommer erfolgte aber trotzdem. Sandro Schwarz ist nun der neue Coach in Mainz und soll nun für frischen Wind sorgen.

(Photo by DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images)

Die Transfers des Sommers

Zugänge: Abdou Diallo (21, Monaco, 5 Millionen), Viktor Fischer (23, Middlesbrough, 3 Millionen), Alexandru Maxim (26, Stuttgart, 3 Millionen), Kenan Kodro (23, Osasuna, 1,75 Millionen), Rene Adler (32, Hamburger SV, ablösefrei), Robin Zentner, Jose Rodriguez (Leihende)

Abgänge: Jhon Cordoba (24, Köln, 17 Millionen), Florian Niederlechner (26, Freiburg, fest verpflichtet, 2,3 Millionen), Pierre Bengtsson (29, Kopenhagen, 1 Millionen), Todor Nedelev (24, Botev Plovdiv), Besar Halime (22, Leihe, Bröndby), Jonas Lössl (28, Leihe, Huddersfield), Devante Parker (21, Leihe, St. Pölten), Bojan Krkic, Andre Ramalho (Leihende)

Neue Ansätze finden

Martin Schmidt forderte sehr viel von seiner Mannschaft und hat einen aufwendigen Spielstil implementiert. Unter Sandro Schwarz könnten die Mainzer davon ein wenig abkehren. Der Kader gibt einige Varianten her, vor allem das Konterspiel ist dank schneller Flügelspieler und einem Yoshinori Muto, der für diese Herangehensweise prädestiniert ist, ein elementarer Faktor, der für den Erfolg sorgen kann. Mit Viktor Fischer wurde ein talentierter Flügelspieler verpflichtet, Alexandru Maxim soll die kreative Lücke, die Malli hinterließ, schließen.

Zudem ist es wichtig, dass man mit Rene Adler einen sehr erfahrenen Mann hinzugeholt hat, der trotz einer gewissen Verletzungsanfälligkeit immer noch ein hervorragender Torhüter ist. Aber auch wenn die Mainzer einen guten Job auf dem Transfermarkt machten, wird es wohl primär darum gehen, dass man nicht im allertiefsten Abstiegsstrudel involviert ist. Die Mannschaft ist aber wiederum den Abstiegskampf gewohnt und in der Lage dem Druck standzuhalten.

Sandro Schwarz zählt indes zu einer Generation der jüngeren Trainer, die derzeit relativ häufig an den Seitenlinien der deutschen Profiligen stehen. Auch seine Entwicklung wird spannend zu verfolgen sein. Er muss an den nötigen Stellschrauben drehen und mit kleineren Veränderungen einen Weg finden um das Gesamtziel Klassenerhalt zu erreichen. Mainz 05 muss sich nicht neu erfinden, aber weiterentwickeln.

Player to Watch – Levin Öztunali

(Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Der 21-jährige Öztunali steht vor einer wichtigen Saison. Mit Viktor Fischer, Jairo Samperio und Pablo de Blasis sieht er sich einer namhaften Konkurrenz gegenüber, allerdings hat der U21-Europameister auch in der Vergangenheit gezeigt, dass er gute Leistungen abliefern kann, wenn er gebraucht wird. Öztunali ist offensiv flexibel einsetzbar und kann seine Qualitäten auf jeder Position ausspielen. Seine Schnelligkeit, sein hohes Spielverständnis und seine Dynamik sind sehr gut ausgeprägt.

In der vergangenen Saison gelangen Öztunali 5 Tore und 6 Vorlagen in 30 Bundesligaspielen. Dabei spielte er zumeist auf der Position des Rechtsaußen. Diese Zahlen will der 1,85m große Offensivspieler auch in dieser Saison bestätigen, vielleicht sogar noch etwas draufpacken. Die Offensive hat in der Breite etwas an Klasse gewonnen, der Konkurrenzkampf ist härter geworden. Dem muss sich Öztunali stellen. Wenn er seine Qualitäten abruft, wird er regelmäßig spielen.

90PLUS-Prognose

Der FSV Mainz 05 ist ein Klub, der nach außen hin immer eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Diese Ruhe wird man auch in der kommenden Saison wieder benötigen. Trainerwechsel, neue Spieler, Akklimatisierungs- und Veränderungsprozesse: Es wird einen Moment dauern, bis die 05er ihren Rhythmus gefunden haben. Der Abstiegskampf wird voraussichtlich über einen langfristigen Zeitraum präsent sein, dementsprechend wichtig ist es, dass die Mannschaft jederzeit alles aus sich herausholt und die Fans hinter dem Team stehen. Denn nur so kann das Ziel Klassenerhalt erreicht werden. Die Kaderplanungen dürften weitgehend abgeschlossen sein, es könnte wohl eher noch der ein oder andere Spieler abgegeben oder verliehen werden.

 

 

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