Nachspielzeit: Darum ist ein ablösefreier Alexis Sanchez Arsenal mehr wert als 60 Millionen Euro

Viele Fragen sich: Warum würde es der FC Arsenal es riskieren, Alexis Sanchez nächstes Jahr ablösefrei an einen Konkurrenten zu verlieren, wenn man diesen Sommer sicherlich eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro kassieren könnte? So komisch es klingt, das hat wirtschaftliche Gründe…

 

Mit oder ohne Vertrag – Sanchez soll bleiben

Wie der Guardian heute berichtet, geht es dem FC Arsenal bei der Handhabung des Vertragsdilemmas von Alexis Sanchez, dessen Arbeitspapier 2018 ausläuft, nicht nur um sportliche Faktoren. Demnach spielen vor allem langfristige, wirtschaftliche Gründe in die Entscheidung, sich gegen einen Verkauf des wechselwilligen Chilenen zu wehren.

Die Marschrute der Gunners ist klar, wie Arsene Wenger gestern erneut unmissverständlich erklärte:

„Die Entscheidung ist gefallen und daran werden wir festhalten. Die Entscheidung ist, nicht zu verkaufen“ [ESPN]

Nachdem sich der FC Bayern aus dem Rennen um den Torjäger verabschiedete, gelten vor allem Paris Saint-Germain und Manchester City als konkrete Interessenten an einer Verpflichtung. Sicherlich ist ein Verkauf innerhalb der Premier League aus sportlicher Sicht ausgeschlossen. Doch ein Handel mit den Franzosen könnten den Nordlondonern bis zu 60 Millionen Euro bescheren. Schmackhafter wird der Deal zudem, da man keinen direkten Liga-Konkurrenten verstärken oder in Gefahr laufen würde, Sanchez 2018 ablösefrei und vielleicht sogar an die englischen Mitstreiter zu verlieren.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

 

Finanzielle Beweggründe

Das Thema ist jedoch deutlich facettenreicher, wie der Guardian heute darlegt. Erstmals in der Amtszeit von Arsene Wenger (67) hat Arsenal die Qualifikation zur Champions League verpasst. Die Transferbemühungen des FA-Cup-Siegers, darunter die Rekordverpflichtung von Alexandre Lacazette (26; 60 Millionen Euro) zeigen: Das soll eine Ausnahme gewesen sein und auch Alexis Sanchez soll garantieren, dass es so bleibt! Mit gutem Grund, denn das Erreichen der Königsklasse spült ca. 45 Millionen Euro in die Kassen.

Zugegeben, bei den heutigen Marktverhältnissen sind 45 Millionen Euro nicht mehr die Welt und immer noch deutlich unter der potentiellen Ablösesumme für den chilenischen Nationalspieler. Das Verpassen der Königsklasse hat allerdings weitere Konsequenzen, wie das Beispielt Manchester United zeigt. Die Red Devils, ohne die europäische Fußballbühne in der Hinterhand, waren in den vergangenen Jahren gezwungen, namhafte Spieler durch inflationäre Gehälter zu locken. Die Ausgaben des Vereins nehmen also weiter zu und stellen womöglich auf Jahre eine Belastung dar.

Ein weiterer finanzieller Aspekt, der Arsenal zwingt, nächstes Jahr in die Champions League zurückzukehren, betrifft die Vermarktung. Der Vertrag mit Ausstatter Puma läuft 2019 aus und die Einnahmen einer Vertragsverlängerung oder gar eines Deals mit einem anderen Ausstatter hängen natürlich primär von der Teilnahme an der Königsklasse ab.

(Photo by Ian Walton/Getty Images)

Fazit

Es sprechen also gleich mehrere finanziellen Umstände dafür, Alexis Sanchez auch ohne Vertragsverlängerung im Verein zu halten. Da es in der Natur des ambitionierten Angreifers liegt immer an seine körperlichen Grenzen zu gehen, gerade wenn er 2018 auf den Markt kommt, ist ein sportlicher Abfall nicht zu erwarten. Darüber hinaus bewahrt man sich die Möglichkeit, beispielsweise durch einen gelungenen Saisonauftakt 2017/2018, Sanchez immer noch von einer Vertragsverlängerung überzeugen zu können.

Selbst wenn das nicht gelingt, die Chancen, die Königsklasse zu erreichen, steigen mit dem 28-Jährigen enorm. Dies hat finanziell und sportlich gesehen, kurz- und langfristig einen weitaus größeren Wert als die einmalige Ablösesumme von 60 Millionen Euro. 

 

 

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