Spotlight: Player to Watch – Eredivisie

Die Eredivisie ist dafür bekannt, regelmäßig großartige Talente hervorzubringen. Die kleineren Vereine arbeiten häufig mit Leihgeschäften und verlieren häufig ihre besten oder aussichtsreichsten Spieler an die Topklubs im Land, die wiederum diese Einkäufe mit eigenen Talenten zu einer schlagkräftigen Mannschaft vereinen. Ajax, PSV oder Feyenoord geben diese Spieler häufig für viel Geld ab und die Kettenreaktion beginnt von vorne.

Der erste Spieltag ist bereits absolviert und wir stellen euch zur neuen Saison sechs Spieler vor, die in dieser Saison in der Eredivisie auf sich aufmerksam machen könnten. Eine solche Auswahl ist nie besonders einfach, Spieler wie Matthijs de Ligt oder Sofyan Ambrabat haben es nicht und diese Liste geschafft, dafür andere, spannende Talente.

Justin Kluivert (18, Ajax, RA)

Der junge Justin ist Sohn des ehemaligen Topstürmers Patrick Kluivert und stammt natürlich aus der Jugend von Ajax Amsterdam. Der Vertrag des talentierten Flügelspielers ist noch bis 2019 gültig, sein Berater heißt Mino Raiola. Ein frühzeitiger Vereinswechsel ist bei Kluivert also keinesfalls ausgeschlossen, dementsprechend wird der Verein bereits jetzt an einer Vertragsverlängerung arbeiten, denn in den kommenden Jahren sollen tendenziell eher weniger Spieler abgegeben, Talente auch einmal über einen längerfristigen Zeitraum gehalten werden.

(Photo by Mike Hewitt/Getty Images)

In der vergangenen Saison deutete Kluivert seine Qualitäten erstmals bei den Profis an, absolvierte 14 Spiele in der Eredivisie (6 Scorerpunkte), 6 Spiele in der Europa League (1 Scorerpunkt) und kam überdies sechsmal in der UEFA Youth League zum Einsatz, wo ihm 6 Scorerpunkte gelangen. Kluivert ist schnell, wendig und ein sehr zielstrebiger Spieler, der immer das gegnerische Tor im Blick hat, mit seinen starken Dribblings für Überraschungsmomente sorgen und seine Mitspieler in Szene setzen kann. Er ist definitiv einer der talentiertesten Nachwuchsspieler der Niederlande und hat das Zeug dazu in den kommenden Jahren auch seine ersten Auftritte in der A-Nationalmannschaften anzupeilen, sofern er gesund bleibt.

Giovanni Troupee (19, Utrecht, RV)

Der in Amsterdam geborene Giovanni Troupee ist ein sehr interessanter Spieler und könnte in dieser Saison durchaus den nächsten Schritt beim FC Utrecht gehen. Der Rechtsverteidiger, der in der Qualifikation zur Europa League bereits zweimal zum Einsatz kam, sieht sich bei seinem Klub aber auch mit einer gewissen Konkurrenz konfrontiert. Sowohl van der Maarel als auch Sean Klaiber können als rechter Verteidiger eingesetzt werden, Klaiber startet am 1. Spieltag beim 3:0-Sieg in Den Haag. Trotzdem wird Troupee in dieser Saison auf seine Einsätze kommen, Trainer Erik ten Hag baut auf den jungen Spieler, will ihm aber auch die nötigen Pausen gewähren.

In der vergangenen Saison absolvierte Troupee 29 Spiele in der höchsten niederländischen Spielklasse. Dabei gelangen ihm drei Treffer und drei weitere Vorlagen. Troupee ist offensiv ausgerichtet, mitunter fehlt es ihm noch an der nötigen Balance. Mit 19 Jahren verfügt er aber über ein immenses Potenzial, das er in den kommenden Jahren ausschöpfen will und muss. Zurzeit ist er noch bis 2021 vertraglich an den FC Utrecht gebunden. Wenn er sich sukzessive weiterentwickeln kann, sollte er bereits in den kommenden Spielzeiten ein Kandidat für einen größeren Klub, zumindest im Inland, sein.

Jeremiah St. Juste (20, Feyenoord, IV)

St. Juste wurde in der Jugendabteilung von Heerenveen ausgebildet und absolvierte dort seine ersten Schritte im Profifußball. Seit 2015 gehörte er regelmäßig der Profimannschaft des Klubs an und absolvierte 75 Pflichtspiele. Der 1,85m große Innenverteidiger machte dabei nachhaltig auf sich aufmerksam und spielte sich auf die Scoutinglisten einiger Klubs. In diesem Sommer wechselte er für 4,8 Millionen Euro zu Meister Feyenoord, wo er die Innenverteidigung in der Spitze und auch in der Breite verstärken soll. Der niederländische U21-Nationalspieler kam zum Saisonauftakt nur 4 Minuten zum Einsatz, muss sich aber zunächst einmal an die neue Umgebung gewöhnen.

Sein Transfer hat vor allem auch einen langfristigen Hintergrund. Der Vertrag wurde bis 2021 unterschrieben, Feyenoord will sich in den kommenden Jahren international etablieren. Junge, talentierte Spieler, die man noch formen kann sind das Ziel der Einkaufspläne. St. Juste spielt bereits abgeklärt, ist kopfballstark und kompromisslos im Zweikampf, gibt keinen Ball verloren und verfügt bereits jetzt über ein gutes Stellungsspiel. Er muss aber auch noch an einigen Defiziten arbeiten, unter anderem die Konstanz und die Antrittsschnelligkeit. In der letzten Saison absolvierte er 31 Pflichtspiele, erzielte dabei 2 Treffer und bereitete ein weiteres vor.

Juninho Bacuna (20, Groningen, ZM)

Der Rechtsfuß ist der Bruder von Leandro Bacuna, der zurzeit bei Aston Villa spielt und wurde in Groningen ausgebildet. Seit 2015 gehört er dem Profiteam an und seine Entwicklung ist durchaus positiv. Der niederländische U20-Nationalspieler mit Wurzeln aus Curacao besitzt in Groningen noch einen Vertrag bis 2019 und könnte diesen in Kürze, wohl mit einer entsprechenden Ausstiegsklausel versehen, verlängern. Zum Saisonauftakt stand Bacuna 90 Minuten auf dem Platz, in der Saison 2016/17 stand er 24-mal in der Eredivisie für Groningen auf dem Platz. Dabei erzielte er einen Treffer und bereitete 4 Tore vor. Wenn Bacuna es schafft sein Potenzial dauerhaft auf den Platz zu bringen, könnte er eine gute Karriere hinlegen.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Er ist technisch versiert, verfügt über eine enge Ballführung und ist häufig an gefährlichen Situationen beteiligt. Bacuna braucht nicht viel Zeit um in ein Spiel zu finden und schafft es auch nach einer Einwechslung schnell auf Betriebstemperatur zu sein. Im Mittelfeld nimmt er sich alle nötigen Freiheiten und versucht immer wieder Angriffe zu initiieren, sich in den Spielaufbau einzubringen. Der 20-jährige befindet sich noch mitten in der Entwicklung, einige Dinge funktionieren bereits sehr gut, andere Dinge müssen noch verbessert werden. Er muss insgesamt effizienter werden, noch mehr zählbares hervorbringen und sich sukzessive noch mehr zutrauen, dann könnte aus ihm ein hervorragender Mittelfeldspieler werden.

Frederic Ananou (19, Kerkrade, IV)

Der 19-jährige Ananou wurde in München geboren, seine Eltern stammen aus Togo. Ausgebildet wurde der talentierte Innenverteidiger beim 1. FC Köln, wo er unter anderem für die U17 und U19 auflief. Im Sommer 2016 wechselte Ananou dann ablösefrei vom Effzeh zu Roda Kerkrade, wo er gute Entwicklungschancen sah. Bei Roda unterschrieb er einen Vertrag bis 2018 mit einer Option zur Verlängerung um ein weiteres Jahr. Bereits zu Beginn der vergangenen Saison gehörte er zum Stammpersonal, musste aber von Ende September bis Mitte Januar aufgrund einer Verletzung pausieren, wurde danach neu herangeführt. Mit 18 Spielen in der Eredivisie war diese erste Saison im Profibereich für ihn aber absolut gelungen.

Neben dem Platz in der Innenverteidigung kann Ananou auch als rechter Verteidiger eingesetzt werden. Zum Saisonauftakt spielte er 90 Minuten durch, ein Stammplatz in der laufenden Saison ist definitiv denkbar. Für die deutsche U19 absolvierte er 2, für die U20 4 Pflichtspiele. Hier will er sich weiterhin empfehlen um in Zukunft womöglich den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Denkbar ist derzeit vor allem, dass sein Vertrag in Kerkrade um das eine weitere Jahr verlängert wird und er sich in Ruhe weiterentwickeln kann. Ananou ist ein robuster Verteidiger, durch einen vorbildlichen Einsatz besticht und in seinen jungen Jahren bereits ein großes Ansehen in der Mannschaft besitzt. Mitunter ist der 19-jährige noch zu übermotiviert, aber die Anlagen sind definitiv vorhanden.

Bart Ramselaar (21, PSV, OM)

Mit 21 Jahren gehört der in Amersfoort geborene und bereits für die A-Nationalmannschaft eingesetzte Ramselaar zu den etablierteren Spielern dieser Liste. In Utrecht wurde er ausgebildet und dort sammelte er auch seine ersten Erfahrungen in der Eredivisie. Im Sommer 2016 wechselte Ramselaar für 4,75 Millionen Euro aus Utrecht zur PSV nach Eindhoven, wo er den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen sollte. Die Saison 2016/17 lief für den offensiven Mittelfeldspieler ganz gut, in 35 Spielen gelangen ihm 10 Scorerpunkte. Sein eigener Anspruch ist damit aber noch nicht erreicht, Ramselaar will mehr sich vor allem auch international zeigen.

(Photo by CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Zu Beginn dieser Saison spielte er in 2 von 3 Pflichtspielen, kam dabei einmal als Joker zum Einsatz, wurde einmal ausgewechselt. Beim Saisonauftakt gegen Alkmaar spielte Gaston Pereiro im Mittelfeldzentrum mit Kapitän van Ginkel und Hendrix, hier könnte Ramselaar langfristig eine Rolle übernehmen. Der Spieler muss nun an sich arbeiten, im Training Vollgas geben und seine fußballerische Klasse unter Beweis stellen. Ramselaar kommt primär über seine Dynamik und seine enge Ballführung, er geht gerne in den gegnerischen Strafraum, nimmt am Kombinationsspiel teil und kann seine Mitspieler in Szene setzen. Gerne lässt er sich fallen oder weicht auf die Außenbahnen aus. Er nimmt sich seinen Freiraum ohne die taktischen Vorgaben zu vernachlässigen. Punktuell ist er noch zu verspielt, das muss sich ändern.

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